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Presse

WAZ Duisburg, 21.01.2010, Thomas Becker

Indien-Reise mit Trommeln
Indien lag für Christian Burchard schon immer direkt hinter München. Mit der legendären Krautrock-Band "Embryo" spielte er im Steinbruch. Ihrem Sound ist die Band treu geblieben.

Indien lag für Christian Burchard schon immer direkt hinter München. Der bayerische Schlagzeuger und Percussionist gründete 1969 mit „Embryo” eine der ersten deutschen Rock-Bands, die als frühe Weltmusik-Gruppe nun schon seit vier Jahrzehnten durch Asien und Nordafrika tourt, um dort außerordentliche musikalische Kontakte zu knüpfen, die vom Goethe-Institut unterstützt wurden.

Auch in deutschen Konzertsälen, etwa in den 70er Jahren im Eschhaus, haben die Weltmusik-Rocker viele Freunde gewonnen. So war die Band um Burchard jetzt im Neudorfer „Steinbruch” zu Gast, der gemeinsam mit dem Kultur Department nach seinen erfolgreichen Konzerten mit Kraan und Jane nun seine „Krautrock”-Reihe mit historisch bedeutenden deutschen Rockbands fortsetzte.

Wer die Münchner Ur-Rocker einige Jahre nicht mehr gesehen und gehört hatte, stellte bereits nach wenigen Minuten fest, dass sich die Band ungeachtet aller musikalischen Entwicklungen in der internationalen Musik-Szene treu geblieben ist. Vibraphon- und Marimbaphon-Spieler Christian Burchard ist nach wie vor von den Klängen Asiens und Afrikas inspiriert und wird dabei von seinen jüngeren Getreuen mit viel Hingabe unterstützt. Zu den Musikern gehört - am Schlagzeug und an der Orgel - seine Tochter Marja Burchard, die schon jetzt andeutet, das kulturell reiche Familienerbe antreten zu wollen. Wie gewohnt, geriet die Band nach einigen langen und meditativen Improvisationen über ein locker vorgegebenes Thema dann in etwas rockigeres Fahrwasser. Wobei die von älteren Alben wie „We keep on” oder „Apo Calypso” bekannten Grooves eines Uwe Müllrich oder Roman Bunka fehlen. Das fasziniert lauschende Publikum wurde zu einer Reise in die Klanglandschaft des Orients eingeladen.

In der Krautrock-Reihe ist am 6. Februar die Duisburger Band „Shaa Khan” zu Gast. Es folgen: „Epitaph” (9. April), „Nektar” (15. April), „Glatter Wahnsinn” (24. April) und „Birth Control” (15. Mai).

Coolibri März 2008



WAZ Duisburg Februar 2. Februar 2007
Kontakte hier, Kontakte da
„Pianissimo“ auf dem Weg zur Kulturinstanz

Da haben sich zwei gefunden. Das Eine ist das „Pianissimo“ an der Schweizer Straße / Ecke Mülheimer Straße. Seine Geschicke lenkt Julia Taut. Der Andere Eine ist Sami Durak, der das Programm mitgestaltet.
Gemeinsam brannten sie in den letzten Monaten ein kulturelles Feuerwerk ab, das die Szene in Duisburg überrascht nach Duissern blicken ließ. „Wir haben einfach richtig losgelegt“, sagt Sami Durak trocken. „Der Anspruch des 'Pianissimo' ist eine kulturelle Ausrichtung zu haben, die auf Qualität setzt.“ Was Musik angeht, bedeutet das auch, dass man mit Klasse statt mit Lautstärke überzeugen möchte. Eine Punkband wird im charmanten Hinterzimmer wohl kaum zum Zug kommen. Stattdessen gibt es Blues, Jazz und Folk.
Die besondere Fruchtbarkeit der Beziehung, hinter den „Pianissimo“-Kulissen ist die lange Erfahrung beider Partner. Einerseits kennt sich Sami Durak aus, andererseits kennen und schätzen zahlreiche Künstler das Haus. Auch die Vielfalt des Programms zeichnet das „Pianissimo“ aus. Links von der gemütlichen Theke gibt es Spieleabende, rechts davon Konzerte, Lesungen und Comedy. Einmal im Monat soll jede Sparte bedient werden. Eine neue Reihe startet am Donnerstag um 20 Uhr: „Comedissimo“. Der erste Duisburger Comedy-Slam soll dem Nachwuchs eine Bühne bieten und etablierte Spaßvögel in die Stadt holen. za

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